Die meisten Unternehmens Websites zeigen zu viel.
Nicht weil ihnen Informationen fehlen, sondern weil sie nicht entscheiden, welche davon wirklich wichtig sind.

Nicht alles muss auf die Startseite
Viele Unternehmenswebsites versuchen, möglichst vollständig zu sein.
Das Unternehmen möchte nichts vergessen. Also werden Leistungen erklärt, Produkte vorgestellt, die Unternehmensgeschichte erzählt, Referenzen gezeigt, Mitarbeiter präsentiert, Zertifikate aufgeführt, Neuigkeiten veröffentlicht und möglichst noch jeder Download verlinkt.
Alles davon kann seine Berechtigung haben.
Das Problem entsteht, wenn alles gleichzeitig wichtig sein soll.
Denn eine Website ist kein Unternehmensarchiv.
Sie ist eine Schnittstelle zwischen einem Unternehmen und den Menschen, die sich dafür interessieren.
Und diese Menschen kommen meistens mit einer konkreten Frage.
Was ist für den Besucher gerade wichtig?
Wenn ich eine Website besuche, möchte ich nicht zuerst alles über ein Unternehmen erfahren.
Ich möchte zunächst verstehen, ob ich hier richtig bin.
Was macht dieses Unternehmen?
Ist das für mich relevant?
Kann es mein Problem lösen?
Und wo finde ich die Information, die ich als Nächstes brauche?
Erst danach interessieren mich viele weitere Details.
Genau deshalb ist die Reihenfolge von Informationen so entscheidend.
Eine Leistung kann wichtig sein, aber vielleicht nicht die erste Information, die ein Besucher braucht.
Eine Unternehmensgeschichte kann interessant sein, aber vielleicht gehört sie nicht an den Anfang.
Und manche Inhalte sind zwar korrekt und vollständig, helfen dem Besucher in diesem Moment aber überhaupt nicht weiter.
Wenn alles wichtig ist, ist nichts wichtig
Das ist für mich eines der häufigsten Probleme bei Unternehmenswebsites.
Es gibt nicht unbedingt zu viel Inhalt.
Es gibt zu wenig Hierarchie.
Jede Leistung bekommt einen eigenen Abschnitt.
Jede Information bekommt die gleiche visuelle Gewichtung.
Jeder Bereich soll irgendwie auf der Startseite auftauchen.
Das Ergebnis ist eine Website, die zwar sehr viel erzählt, aber wenig Orientierung gibt.
Der Besucher muss selbst herausfinden, was davon relevant ist.
Und genau diese Arbeit sollte eine gute Website eigentlich abnehmen.
Reduktion bedeutet nicht, weniger zu sagen
Weniger Inhalt bedeutet dabei nicht automatisch eine bessere Website.
Es geht nicht darum, Informationen einfach wegzulassen.
Es geht darum, sie richtig einzuordnen.
Was gehört auf die Startseite?
Was gehört auf eine Unterseite?
Was braucht einen eigenen Bereich?
Was kann zusammengefasst werden?
Was kann später erklärt werden?
Und was ist vielleicht tatsächlich nicht notwendig?
Diese Entscheidungen sind für mich ein wesentlicher Teil von UX Design.
Denn gute User Experience entsteht nicht nur durch eine einfache Navigation oder schöne Interfaces.
Sie entsteht auch dadurch, dass ein Nutzer nicht mehr Informationen verarbeiten muss, als für seine aktuelle Entscheidung notwendig sind.
Eine Website sollte führen
Eine gute Website zeigt deshalb nicht einfach alle Möglichkeiten.
Sie führt.
Sie entscheidet, womit ein Besucher beginnt, welche Information danach kommt und wo mehr Tiefe angeboten wird.
Das kann sehr subtil passieren.
Durch die Reihenfolge der Inhalte.
Durch Typografie.
Durch Abstände.
Durch Bilder.
Durch Navigation.
Durch Sprache.
Und manchmal auch einfach dadurch, dass etwas nicht auf der Seite steht.
Genau diese Entscheidungen machen für mich den Unterschied zwischen einer Website, die Informationen darstellt, und einer Website, die tatsächlich funktioniert.
Gute Websites wissen, was zuerst wichtig ist
Eine Website muss nicht alles zeigen, was ein Unternehmen über sich erzählen möchte.
Sie muss zeigen, was ein Besucher verstehen muss.
Das bedeutet manchmal, Inhalte zu reduzieren.
Oft bedeutet es aber vor allem, sie besser zu ordnen.
Denn Klarheit entsteht nicht dadurch, dass weniger Informationen vorhanden sind.
Klarheit entsteht dadurch, dass die richtigen Informationen zur richtigen Zeit sichtbar werden.