Eine gute Website ist nicht unbedingt eine schöne Website.
Gutes Webdesign beginnt nicht bei der Oberfläche. Es beginnt mit der Frage, was ein Besucher verstehen muss.

Gestaltung ist kein Selbstzweck
Eine Website kann hervorragend gestaltet sein und trotzdem nicht funktionieren.
Gute Typografie, eine klare Farbwelt, großzügige Abstände, schöne Animationen und hochwertige Bilder können eine Website ästhetisch sehr überzeugend machen. Aber all das hilft wenig, wenn ein Besucher nicht versteht, worum es eigentlich geht.
Genau hier beginnt für mich gutes Webdesign.
Nicht bei der Frage, welche Schrift verwendet wird oder wie der Hero aussehen soll. Sondern bei der Frage, was ein Besucher auf dieser Seite eigentlich verstehen muss.
Was bietet das Unternehmen an?
Für wen ist das relevant?
Was ist das Wichtigste?
Und was soll als Nächstes passieren?
Erst wenn diese Fragen beantwortet sind, wird Gestaltung wirklich interessant.
Was muss ein Besucher verstehen?
Eine Website hat meistens nur wenige Sekunden, um Orientierung zu geben.
Dabei geht es nicht darum, innerhalb von 30 Sekunden jede Information verstanden zu haben. Es geht darum, die richtige Information zur richtigen Zeit zu bekommen.
Ein Besucher sollte schnell erkennen können, wo er sich befindet, was ein Unternehmen macht und warum er sich damit beschäftigen sollte.
Das klingt selbstverständlich. In der Praxis sehe ich aber häufig Websites, bei denen diese Informationen zwar vorhanden sind, aber nicht klar priorisiert werden.
Alles bekommt Aufmerksamkeit.
Jede Leistung wird gleich groß dargestellt. Jede Information bekommt ihren eigenen Abschnitt. Jede Möglichkeit wird angeboten.
Das Ergebnis ist nicht mehr Information, sondern mehr Arbeit für den Besucher.
Gute Gestaltung schafft Hierarchie
Gestaltung bedeutet deshalb auch, Entscheidungen zu treffen.
Was steht an erster Stelle?
Was kommt danach?
Was kann kleiner werden?
Was braucht mehr Raum?
Was kann ganz verschwinden?
Eine gute Website zeigt nicht einfach alles, was ein Unternehmen über sich erzählen möchte. Sie entscheidet, was der Besucher zuerst wissen muss.
Diese Hierarchie entsteht nicht nur durch Überschriften und Schriftgrößen. Sie entsteht durch Sprache, Struktur, Bildauswahl, Abstände, Interaktionen und den gesamten Aufbau einer Seite.
Design macht aus Informationen eine verständliche Erfahrung.
Die Oberfläche ist das Ergebnis
Deshalb beginnt ein Websiteprojekt für mich nicht mit der Oberfläche.
Ich möchte nicht möglichst früh wissen, welche Farbe der Button bekommt oder welche Animation der Hero haben soll.
Ich möchte zuerst verstehen, was hinter der Website steht.
Was macht das Unternehmen?
Was unterscheidet es?
Welche Menschen sollen erreicht werden?
Welche Fragen haben diese Menschen?
Und welche Informationen brauchen sie, um eine Entscheidung treffen zu können?
Aus diesen Antworten entsteht die Struktur. Daraus entsteht die Gestaltung. Und daraus entsteht schließlich die Oberfläche.
Die visuelle Qualität ist dabei keineswegs nebensächlich. Im Gegenteil.
Eine Website sollte hochwertig, eigenständig und passend zur Marke gestaltet sein.
Aber Ästhetik allein ist kein Qualitätsmerkmal.
Sie muss etwas unterstützen.
Gestaltung macht Dinge klarer
Für mich liegt genau darin die Aufgabe von gutem Webdesign:
Nicht möglichst viel zu zeigen.
Nicht möglichst modern auszusehen.
Nicht jede Information unterzubringen.
Sondern Dinge klarer zu machen.
Eine gute Website nimmt dem Besucher keine Informationen weg.
Sie nimmt ihm die Arbeit ab, sie zu verstehen.